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„Die Mühldorfer Hex“ kehrt zurück

Der große Bühnenklassiker des Mühldorfer Kulturschupp´n feiert 20-jähriges Jubiläum

Vor 20 Jahren brachte der Mühldorfer Kulturschupp‘n „Die Mühldorfer Hex “ erstmals auf die Freilichtbühne des Haberkastens. Das Stück zeigt eindrucksvoll das tragische Schicksal der Dienstmagd Marie Pauer, die in Mühldorf als Hexe bezichtigt und zuletzt in Salzburg hingerichtet wurde.
Immer wieder aktuell reiht sich das Schicksal des jungen Mädchens Marie Pauer ein in das von Tausenden von Frauen, Kindern und auch Männern, die von der beginnenden Neuzeit bis in das 18. Jahrhundert der Hexerei bezichtigt und Opfer von Folter und Ermordungen wurden. Auch heute noch werden Menschen wegen ihres Strebens nach Freiheit, wegen Religionszugehörigkeit oder Herkunft eingesperrt, gefoltert und getötet. Den Wert einer Demokratie, die die Würde des Menschen als oberstes Ziel hat wollen die Verantwortlichen des Kulturschupp’n mit dieser Inszenierung aufzeigen. Auch das ist heute aktuell wie nie.
www.kulturschuppn.de

Aufführungen (Beginn jeweils 19.30 Uhr)
Premiere: 31.07.
Weitere Termine: 1.08., 02.08., 06.08., 07.08., 08.08.
Ort: Haberkasten-Innenhof
Kartenvorverkauf im Kulturamt Mühldorf, Stadtplatz 3, Tel: 08631 – 612 612

„Ich möchte, dass Maria nicht vergessen wird“

Interview mit Hauptdarstellerin Anita Wisgalla

Anita, war es schon lange dein Wunsch, einmal die Rolle der Marie Pauer spielen zu dürfen?
Ja, tatsächlich. Die Geschichte von Marie begleitet mich schon sehr lange. Ich war in Mühldorf auf der Grundschule und habe im Fach HSU zum ersten Mal von Marie Pauer gehört. Vonihrer Geschichte war ich von Anfang an fasziniert. Später habe ich dann auch das Stück des Kulturschupp’n gesehen und war sehr beeindruckt. Bei der Wiederaufnahme 2017 durfte ich dann in einer kleinen Rolle mitwirken und damit, dass ich jetzt dieses Jahr die Marie verkörpern darf, geht für mich wirklich ein Traum in Erfüllung.

Wie geht es dir nach intensiver Probenarbeit in dieser Rolle?
Ziemlich gut. Es ist natürlich herausfordernd, eine Rolle zu spielen, bei der so schlimme Dinge passieren. Andererseits ist es auch toll, sich so eingehend mit einer Figur zu beschäftigen und sie so intensiv zu begleiten. Außerdem habe ich ganz viele tolle Mitspieler, die Regie und noch viele andere Mitwirkende hinter den Kulissen, mit denen die Arbeit an diesem Stück wahnsinnig viel Freude macht.

Was ist das Schwierigste bei der Darstellung von Marie Pauer?
Das Stück deckt einen Zeitraum von mehreren Jahren ab und ist dabei nicht durchgehend chronologisch, sondern es gibt auch immer wieder Rückblenden, z.B. in die Zeit, bevor Marie überhaupt nach Mühldorf gekommen ist, und zeigt verschiedenste Situationen aus ihrem Leben. Da hat man dann manchmal nur sehr wenig Zeit zwischen den Szenen, um zwischen ganz unterschiedlichen Situationen und Stimmungen der Marie zu wechseln. Dazu kommt dann auch noch, dass wir mit zwei Bühnen arbeiten und Maries Szenen abwechselnd auf beiden spielen, manchmal muss man sich also auch noch beeilen, um rechtzeitig zu Beginn der Szene am richtigen Ort zu sein.

Was würdest du Marie gerne sagen, wenn du könntest?
Dass sie und ihre Geschichte nicht vergessen wurden und man weiß, welches Unrecht ihr getan wurde. Und dass die Menschen ihren Namen kennen, aber kaum jemand den ihrer Richter, auch nachdem man unser Stück gesehen hat. Ich glaube, das würde ihr gefallen.

Hat die Geschichte der Marie Pauer auch einen Bezug zur Gegenwart?
Auf jeden Fall. Gerade in der heutigen Zeit von Social Media und Fake News erleben wir immer wieder, dass Gerüchte und Meinungen ungeprüft weiterverbreitet werden und für wahr gehalten. Das Leben der Betroffenen wird dadurch oft sehr negativ beeinflusst, so wie es auch Marie passiert ist.

Gibt es eine Botschaft an die Zuschauer*innen des Theaters?
Man sollte die Fakten überprüfen und sich seine eigene Meinung bilden, anstatt sich direkt von der öffentlichen Meinung mitreißen zu lassen, gerade bei emotionalen Debatten.

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