Hut ab! Hut auf!

Liebe Leserinnen und Leser,

bei der fünften Jahreszeit, dem Fasching, gehen die Interessen oft weit auseinander. Während die einen lieber einen großen Bogen darum machen, sind andere kaum zu bremsen, wenn es, wie in Mühldorf heißt: „Innau“ oder andernorts „Tüsslinger Narredei – alle dabei“ oder, oder, oder.

Damit ein buntes Treiben oder ein eleganter Schwarz-Weiß-Ball bei seinen Fans gut ankommt, bedarf es oft monatelanger Vorbereitungen durch die Organisatoren in Faschingsvereinen, Kulturämtern und anderen. Und dann die vielen Auftritte von Prinzenpaaren, Garden und Tanzgruppen. Ich ziehe vor dieser Leistung meinen Hut und sage „Chapeau!“, was zu Deutsch nichts anderes heißt, wie „Hut“, den man sprichwörtlich zieht, wenn man jemanden Respekt zollt. „Chapeau!“ ist heuer außerdem das Motto des neuen Burghauser Stadtballs, am 3. Februar, dem Ball der Hüte. Da gilt es dann, in jedem Falle einen Hut aufzusetzen, wobei alles erlaubt ist, natürlich auch der klassische Chapeau Claque, ein aufwendiger Klappzylinder, der Mitte der 1830er Jahre von dem Pariser Hutmacher erfunden wurde.

Erfahren Sie in dieser Ausgabe mehr über den Fasching von Bad Füssing bis Mühldorf, von Neuötting bis München im Deutschen Theater und vielen mehr.

Übrigens, früher, als viele Leute noch eine Kopfbedeckung trugen, war es üblich, auch zur Begrüßung den Hut zu ziehen. Ob mit oder ohne Hut, ich würde mir wünschen, dass überhaupt wieder viel mehr gegrüßt wird. Es gibt/gab/gäbe so schöne Grußregeln, wie: „Der Jüngere grüßt den Älteren zuerst“ oder „Wer den Raum betritt, grüßt zuerst“ oder „Wer den Raum verlässt, verabschiedet sich (zuerst)“. Hut ab, vor dem/der, der/die das (noch) draufhat.

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